Nephrit

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Der Nephrit – ebenso wie die Granat Art Rhodolith – ist ein Mischkristall und gehört der lückenlosen Mischreihe der Minerale Aktinolith und Tremolit an. Jedoch erkennt ihn die IMA nicht als ein eigenständiges Mineral an. Stattdessen gilt der Nephrit als Jade-Varietät, wenn er als faserige, feine und miteinander verfilzte Masse vorliegt. Dementsprechend wird er dann auch zu kunstgewerblichen Gegenständen oder begehrten Schmucksteinen verarbeitet. Die Farbgebung von Nephrit wird durch Eisen und Chrom hervorgerufen. Sie reicht von fast schwarz über dunkelgrün bis hin zu graugrün, jedoch ist auch eine ins Rotbraun gehende Nuance nicht ungewöhnlich.

Der Nephrit in der Geschichte

Grüner Nephrit

Die Farbgebung des Nephrit wird durch Eisen und Chrom hervorgerufen (c) Jörg Siebauer / pixelio.de

Die ursprüngliche Bezeichnung von Nephrit entspringt dem Griechischen und ist mit Niere zu übersetzen. Ein Glaube von alten Völkern besagt, der Stein habe kräftigende und heilende Wirkungen – besonders auf die Blase, Harnwege und Nieren. Esoteriker nehmen an, er hätte eine Wirksamkeit als Heilstein für die Kreativität und Sehkraft.

Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde durch Reiseberichte von Georg Forster bekannt, dass Nephrit von Eingeborenen Neuseelands zur Fertigung von Streit-Äxten, Beilen und Meißeln genutzt wurde. Da jedoch angenommen wurde, dass es sich bei diesem Stein um eine Varietät handeln müsse, belegte man ihn mit unterschiedlichen Eigennamen. So benutze Blumenbach den Begriff Punammustein, Werner das Wort Beilstein und Reuß nannte ihn Pounamu-Nephrit

Gemmologie

  • Dichte: 2,9 bis 3,02
  • Mohshärte: 6 – 6,5
  • Mineralgruppe: Silicate
  • Kristallsystem: monoklin
  • Spaltbarkeit: deutlich vorhanden

Vorkommen

Bedeutende Vorkommen des Steins findet man in China, Neuseeland, Kanada, Schweiz und, wie bei dem Amethyst auch, in Russland. Kleinere Vorkommen gibt es in Australien, Brasilien, Mexiko und den USA. Allerdings sind nicht alle Vorkommen so bedeutend, dass sich der Abbau lohnen würde. Entscheidend für den Abbau ist die Größe, die Qualität und die Lage des Vorkommens.

Preise

Die wertvollste Variante des Jade, der Kaiserjade, kostet in Hong Kong etwa 5000 bis 8000 Dollar pro Karat, dem entsprechend gelangt man zu einem Gramm-Preis von 40.000 Dollar. Grundsätzlich ist der Preis aber abhängig von der Farbintensität. Am teuersten sind die Edelsteine, die gleichmäßig gefärbt sind.

Der Nephrit in der Schmuckindustrie

In der Schmuckindustrie wird der Stein unter dem Begriff „Jade“ verwendet und erhält seine Form, seinen matten und gebrochenen, aber dennoch frischen Glanz erst, wenn er aufwendig bearbeitet, das heißt geschliffen, wurde. Dann scheint der Nephrit transparent, wachsartig sowie glasartig. Farblich wird Jade-Schmuck in der Regel in allen möglichen Grün-Variationen angeboten. Der Begriff Jade diente ursprünglich als Sammelbezeichnung für Jadeit und Nephrit, da das Aussehen und die Beschaffenheit dieser Minerale sehr ähnlich ist. Heutzutage bezeichnet man jene Minerale als Jade, die überwiegend Jadeit enthalten und mit Nephrit die, die überwiegend daraus bestehen.

Durch Mangan-Einschlüsse bildet sich die seltene Form “Lavendel-Jade”. Weitere Variationen sind Chloromelanit und Magnetit-Jade – hierbei handelt es sich um eine vergoldete Jade-Art. Der Imperial Jade, auch Kaiserjade genannt, ist eine weitere Varietät, die sich durch ihr Smaragdgrün auszeichnet. Man benutzt ihn hauptsächlich als Schmuckstein – aus dem unter anderem Armbänder, Ohrringe oder Ketten gefertigt werden. Auch Ringe und Amulette sind häufig zu finden.

Die richtige Pflege

Schmuck aus Nephrit sollte während der Hausarbeit oder der Arbeit mit Chemikalien abgelegt werden, da der Stein recht empfindlich ist. Ebenso sollte man den Stein vor extremen Temperaturschwankungen schützen. Durch Schnee oder sehr heißes Wasser kann der Nephrit regelrecht zerspringen.

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