Juweliere als Krisen-Helfer

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Schuldnerberatung, Pfandleihhäuser und Kreditinstitute haben Hochsaison. Gerade wenn die Wirtschaftslage nicht die Beste ist, verzichten die meisten auf kostspielige Anschaffungen vom Juwelier. Damit Ihnen diese Wirtschaftslage nicht das Geschäft ruiniert, können Sie aus der Not eine Tugend machen und Ihren Kunden eine Pfandleihe anbieten.

Die Verbraucherzentrale schätzt, dass sich jährlich rund eine Million Kunden auf den Weg ins Leihhaus machen. Das Beleihen von Schmuck ist für viele Kunden eine interessante Möglichkeit, um Ihre derzeitige Zahlungsunfähigkeit zu umgehen. Da Rechnungen, Versicherung und die Miete trotz Loch in der Kasse aber weiterhin bezahlt werden müssen, ist das Interesse an Pfandleihen gestiegen. Jedoch haben die herkömmlichen Pfandleihhäuser einen schlechten Ruf. Wenn Sie als Juwelier jedoch die Option des Schmuckbeleihens anbieten, haben die Kunden mehr Vertrauen, was Ihre fachliche Beratung angeht.

Vom Juwelier zur Schuldnerberatung

Schuldnerberatung

Vom Juwelier zur Schuldnerberatung
(c) Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Hoch verschuldet wissen viele nicht mehr, wie Sie Ihr tägliches Brot kaufen sollen. Rettung kann hier das eine oder andere Schmuckstück aus Omas Zeiten bringen. Für diejenigen, für die das Verkaufen von Familienerbstücken keine Option ist, könnte das beleihen von Ketten, Ringen, der Glashütte Uhr oder anderen Schmuck-Antiquitäten die monetäre Situation aufbessern. Die Pfandleihhäuser werden immer beliebter und das nicht nur bei der Unterschicht der Bevölkerung. Ganz im Gegenteil: Die Kundschaft stammt größtenteils aus der Mittelschicht. Auch bei Selbstständigen und Freiberuflern, die bei Banken nur schwer einen Kredit beantragen können, ist der Pfandkredit beliebt, um kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Der Vorteil an einem Pfandkredit ist es, dass man ihn ohne bürokratischen Aufwand erhält. Es erfolgt keine Bonitätsprüfung und keinen Schufa-Bericht, nur der Personalausweis muss vorliegen.

Bei Ihrer Arbeit als Pfandleiher müssen Sie damit rechnen, von vielen Kunden als Schuldnerberatung angesehen zu werden. Ihre Kunden erwarten Hilfestellung für Ihre Schuldenprobleme in Form von Rat und Hilfe sowohl in psychosozialer, finanzieller als auch rechtlicher Hinsicht. Allerdings sollten Sie sich von dieser Rolle distanzieren und eine professionelle Schuldnerberatung durch Fachanwälte empfehlen, die, nachzulesen auf der Seite lldk-schuldnerberatung.de, eine ganzheitliche Betreuung gewährleisten können. Im Mittelpunkt Ihrer Arbeit steht die Vergabe von Pfandkrediten und keine Beratungstätigkeit, wie es eine Schuldnerberatung anbietet. Es gibt also klare Grenzen zwischen Ihrer Tätigkeit als Pfandleiher und der einer Schuldnerberatung.

Voraussetzungen für das Beleihen von Schmuck

Für die Erweiterung Ihres Juweliergeschäftes um eine Pfandleihe müssen Sie beim zuständigen Ordnungsamt einen Antrag stellen. Um eine Pfandleihe anbieten zu können, müssen Sie über geordnete finanzielle Verhältnisse verfügen und nicht selbst als ein Kunde einer Schuldnerberatung sein. Zudem benötigen Sie eine gewerberechtliche Zulassung nach § 34 Gewerbeordnung. Weitere Formalien und Auskünfte, die bei der Antragsstellung vorliegen müssen:

  • amtliches Führungszeugnis (Einwohnermeldeamt)
  • eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister (Ordnungsamt)
  • eine Auskunft über die Einträge im Schuldnerverzeichnis des Amtsgerichts
  • Handelsregisterauszug (Amtsgericht)
  • Nachweis über erforderliche Mittel oder Sicherheiten

Ein Nachweis über eine Versicherung nach § 8 Pfandleiherverordnung ist ebenso vorzulegen. Alle weiteren rechtlichen Grundlagen für den Betrieb einer Pfandleihe sind in der Pfandleiherverordnung geregelt. Für die Erteilung der Pfandleiherlaubnis wird, je nach Kommune, eine Gebühr fällig. Diese liegen zwischen 50,- und 1.000,- EUR.

Ihre Leistungen als Pfandleiher

Der von Ihnen ausgestellte Pfandkredit ist ein Darlehen, bei dem der Kunde, auch Verpfänder genannt, seinen wertvollen Schmuck als Absicherung für das geliehene Geld hinterlegt. Sprich, der Kunde bringt Ihnen seinen Schmuck und erhält dafür eine bestimmte Summe von Ihrem Juwelier geliehen. In der Regel werden dem Verpfänder zwischen 25 und 50 Prozent des aktuellen Schmuckwerts ausgezahlt. Also keineswegs so viel, wie der Verkauf des Schmucks bringen würde. Allerdings haben Sie kein Eigentum an den Pfandgütern. Der Kunde hat die Möglichkeit seine Wertgegenstände nach einer Frist von drei Monaten wieder auslösen. In dieser Zeit müssen Sie den Schmuck mindestens zum doppelten Betrag des Darlehens gegen Feuerschäden, Leitungswasserschäden, Einbruchdiebstahl sowie gegen Beraubung zu versichern. Zum Auslösen des Schmucks kann der Verpfänder jederzeit den Kredit inklusive Zinsen und Gebühren zurückzahlen.

Schuldnerberatung Pfandleihe

Ihre Leistungen als Pfandleiher
(c) meltis / pixelio.de

Nach Ablauf der drei Monate besteht die Möglichkeit, den Vertrag zu verlängern. Erst wenn dies nicht erfolgt, können Sie den Schmuck versteigern. Ist der hierbei erzielte Ertrag der Versteigerung höher als der Kredit inklusive Zinsen und Gebühren, erhält der Verpfänder den Überschuss ausgezahlt. Bleibt eine Versteigerung erfolglos, dürfen Sie die Schmuckstücke im Laden verkaufen. Ein weiterer finanzieller Mehrwert für Ihr Juweliergeschäft stellt die Verzinsung des Pfandkredites dar. Gesetzlich sind Zinsen, für einen Kredit in Höhe von 300 Euro, von einem Prozent vorgeschrieben. Bei höheren Summen werden normalerweise zwei Prozent Zinsen fällig. Dazu kommen monatliche Gebühren, dessen Höhe ebenfalls gesetzlich geregelt ist. Für einen Kredit über 100 Euro zahlt man 2,50 Euro monatlich, für einen Kredit über 300 Euro, 6,50 Euro.

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