Edelstein und Schmuck Lexikon online

Seltene Edelmetalle und wertvolle Edelsteine faszinieren die Menschheit seit Anbeginn der Zeit. Archäologische Funde belegen, dass bereits in der mittleren Steinzeit (Mesolithikum) gesteinsbildende Minerale wie der Granat oder Misch-Kristallisationen wie der Nephrit und Rhodolith, der häufig mit einem Rubin oder einem Amethyst verwechselt wird, einen hohen Stellenwert einnahmen. Zahlreiche Forschungen in Mesopotamien, Ägypten und China ergaben, dass Gold, Silber und Edelsteine nicht nur für sozialen Wohlstand standen, sondern ebenso Macht und religiöse Hingabe symbolisierten.

Die Historie der Edelsteine

Edelsteine

Die Reichskrone zieren insgesamt 144 Edelsteine (c) Templermeister / pixelio.de

In vergangenen Zeiten war die Gewinnung der Edelsteine für die Fertigung von Schmuck gerade in Asien, Mesopotamien und Ägypten weit verbreitet. In der Antike wertschätzten vor allem die Griechen – nach ihnen die Römer und Byzantiner – die prachtvolle Optik der seltenen Edelsteine. In der Zeit von Kaiser Konstantin erlebten Edelsteine und Perlen bei der Anfertigung von Schmuck einen regelrechten Boom. Während der Herrschaftszeit der Karolinger erfuhr der Schmuck in seiner Gestaltung einen starken Wandel: Edelsteine kamen in dieser Zeit in Krappen Fassungen. Ein beeindruckendes Schmuck-Beispiel dieser Epoche stellt die Reichskrone dar – insgesamt 144 Edelsteine und zahlreiche Perlen zieren dieses Meisterwerk an Schmiedekunst.

Auf dem europäischen Kontinent rückten Edelsteine für die Anfertigung von Schmuck erst mit der Entwicklung des Handels im 15. und 16. Jahrhundert in den Mittelpunkt. Edelsteine hatten in dieser Zeit starken Bezug zum Aberglauben und zur Astrologie. Einen Aufschwung erlebten die Edelsteine im 18. und 19. Jahrhundert, da zu dieser Zeit zahlreiche neue Lagerstätten erschlossen bzw. alte, in Vergessenheit geratene Quellen wiederentdeckt wurden.

Irrtümer und Mythen rund um Edelsteine

Diamant als Nr. der Edelsteine

Um den Diamanten ranken sich zahlreiche Mythen und Irrtümer – dabei existieren weitaus seltenere Edelsteine (c) Henrik G. Vogel / pixelio.de

Heutzutage ist die Einteilung der wertvollen Schmuck-Applikationen in Edelsteine und Halbedelsteine den meisten Käufern gut bekannt, doch irrtümlicher Weise wird diese Einteilung auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurückgeführt – dabei hat eine solche Klassifizierung erst im 19. Jahrhundert stattgefunden. Edelsteine wie Diamanten oder Saphire haben aufgrund ihrer optischen Attribute und ihrer Seltenheit einen hohen Marktpreis. Halbedelsteine können diese Merkmale in der Regel nicht vorweisen. So ist die Definition für Halbedelsteine: wertvolle Steine, die einen geringeren Handelswert als „richtige“ Edelsteine aufweisen. Dabei ist die Grenze zwischen Halbedelstein und Edelstein nicht immer eindeutig – so können Halbedelsteine wie Alexandrit und Tsavorit-Granat genauso teuer wie Rubine und Saphire sein.

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Ein Edelstein wird degradiert

Einer der wichtigsten Edelsteine der Antike, der Amethyst, wurde in die Gruppe der Halbedelsteine integriert, als in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts große Vorkommen in Brasilien und Uruguay erschlossen wurden. Bemerkenswerter Weise fällt die Einführung des Begriffs im englischen Lexikon mit der Entdeckung des Vorkommens zusammen.

Edelsteine auf dem Vormarsch

Einer der faszinierendsten Edelsteine unserer Zeit ist ohne Frage der Diamant, doch dies war nicht immer so. In der Antike galten vor allem Farbedelsteine wie Rubine und Saphire als besonders wertvoll. Den Platz an der Spitze der Edelsteine erkämpfte sich der Diamant erst im 20. Jahrhundert.

Anfang des 19. Jahrhunderts konnten nur wenige Diamanten pro Jahr gewonnen werden – was sich nach dem Pfund reicher Diamantvorkommen im Jahr 1870 in Südafrika änderte. Durch das große Angebot war die Nachfrage nach diesem Edelstein stark zurückgegangen, sodass britischen Investoren finanzielle Verluste drohten. Um dem zu entgehen, gründeten sie das mächtige De Beers-Kartell, das bis heute die weltweite Diamantenproduktion regelt. Das spannende ist, dass Qualitätsdiamanten eigentlich nicht selten sind – jedoch bestimmt das Kartell wie viele dieser Edelsteine ihren Weg auf den Markt finden, wodurch sich der Preis sehr hoch hält.